Bewerbungsplanspiel in Corona-Zeiten

Bewerbungsplanspiel in Corona-Zeiten – ein wichtiger Baustein bei der Berufsorientierung

Seit Jahrzehnten ist die Berufsorientierung – neben der normalen Wissensvermittlung – ein wichtiger Baustein an der Priener Franziska-Hager-Mittelschule. Betriebsbesichtigungen und die schuleigene Berufsbörse zum Kennenlernen von unterschiedlichen Berufen und Betrieben in der Region spielen hierbei eine wichtige Rolle, wie auch mehrere Betriebspraktika zum Ausprobieren der eigenen Fähigkeiten.

Eine vollständige Bewerbungsmappe präsentieren zu können, jemanden freundlich die Hand schütteln, pünktlich zum Bewerbungstermin erscheinen, Blickkontakt halten und dazu ein gepflegtes Äußeres – diese Dinge können bei einem Vorstellungsgespräch entscheidend für den weiteren Lebensweg eines Jugendlichen sein. Mit dem Bewerbungsplanspiel will die Schule bereits seit über 15 Jahren diese und andere Bewerbungskompetenzen fördern.

Es hat sich gezeigt, dass Schüler wenige bis keine Vorstellungen von Bewerbungsgesprächen haben, weshalb sie meist unsicher und nervös sind, wenn sie einem Firmenvertreter gegenübersitzen und sich „verkaufen“ müssen. Daher trainiert die Jugendsozialarbeit der Franziska-Hager-Mittelschule ihre Schützlinge „für den Tag X“ und organisiert ein Bewerbungsseminar.

In mühevoller Kleinarbeit gelang es Sozialpädagogin Sandra Rehak und Klassleiter Georg Leidel auch heuer wieder, die Vertreter von 16 Firmen und Einrichtungen zu gewinnen, die den 75 eigenen Neuntklässlern beim Rollenspiel in der in kleine Büros umgestalteten Turnhalle viele wertvolle Tipps zu geben. Als Novum nahm dieses Jahr auch eine Klasse mit 19 Schülern aus Unterwössen teil, die von ihrem Lehrer Josef Parzinger und der ehemals Priener Sozialpädagogin Nina Königbauer begleitet wurden.

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Im Vorfeld hatten die Schüler mit Unterstützung ihrer Lehrer Bewerbungsmappen erstellt. Am vergangenen Dienstag, den Tag des Planspiels, mussten sie dann selbstständig und pünktlich im richtigen Büro zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Viele der Jugendlichen waren im Vorfeld richtig aufgeregt, hatten feuchte Hände und waren froh, als es „endlich“ los ging. Sehr schnell wurden in den Gesprächen ihre Schwächen und Stärken offensichtlich und sie spürten, auf was sie zukünftig zu achten haben, wenn sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben – unter anderem auf passende Kleidung oder ihre Sitzhaltung, aber auch ein vollständiges Bewerbungsschreiben.

Der ehemalige Priener Kinderarzt Dr. Wolfgang Käferlein hält das Planspiel für eine gute Sache: „Ich hätte mir so etwas auch für die eigene Schulzeit gewünscht!“. Markus Stocker von der gleichnamigen Priener Zimmerei lobte die oftmals sehr gut gestalteten Bewerbungsmappen.  Vor allem die sozialen Kompetenzen wie das höfliche und zum Teil sichere Auftreten bewunderte Dorothea Sedlacek vom Bernauer AWO „Haus für Kinder“, die heuer zum ersten Mal als Trainer dabei war.

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Seit vielen Jahren begleiten schon Michael Niedermaier von der Agentur für Arbeit, Sabrina Klaffl von der AOK Rosenheim, Ursula Jäger als Bewerbertrainerin, Johann Fischer von Werkzeugbau Fischer, Helmut Wachter von Elektro Wachter aus Bernau, Alexander Klammer von der Gemeinde Prien, Stefan Saur vom gleichnamigen Bernauer Autohaus, Sabrina Friedl vom Priener Yachthotel und Andreas Kaiser vom Priener Sporthaus Kaiser das Planspiel. Heuer neu im Trainerteam war der Zackinger Landwirt Johann Mayer, Benedikt Haas von Schuster Hoteleinrichtungen und die kurzfristig eingesprungene Sozialpädagogin Nina Königbauer.

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Viele Schüler fanden es eine wertvolle Erfahrung und eine hervorragende Übung für den Ernstfall.
Josef H. (14): „Ich denke, dass das Planspiel sehr sinnvoll war, da ich jetzt anders in ein zukünftiges Vorstellungsgespräch gehen werde.“
Melanie F. (15): „Es was sehr gut und informativ. Die Trainerin informierte mich über den Beruf und gab mir als Feedback, was ich beim nächsten Mal ändern müsste.“
Franziska W. (15): „Es ist eine super Idee mit guter Umsetzung. Es hat mir sehr geholfen! Ich kann jetzt mit viel weniger Angst in ein echtes Bewerbungsgespräch gehen.

Rektor Marcus Hübl stellte in seiner Begrüßung den hohen Stellenwert der Berufsorientierung und hier vor allem das Bewerbungsplanspiels heraus und bedankte sich bei allen Trainern, die einen Vormittag für insgesamt über 90 Schüler zur Verfügung stellen. „Ich freue mich riesig, dass uns jedes Jahr viele Betriebe bei dieser Aktion unterstützen!“ Mit einem kleinen Blumenstrauß bedankte er sich auch bei Sandra Rehak, die die ganze Organisation des Tages übernommen hatte.

gle

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