Die 9. Klassen besuchten die KZ-Gedenkstätte in Dachau 

Am Mittwoch, den 27. November 2019, besuchten wir, die Klassen 9aM, 9b, 9c und 9g die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Hier wurde jedem eindringlich bewusst, wie verbrecherisch und verlogen das NS-Regime von Anfang an war.

Die Gedenkstätte betraten wir durch das Lagertor mit der berüchtigten Inschrift „Arbeit macht frei“, die ja auch nur eine der vielen Lügen der Nationalsozialisten war.

01Das Lagertor

Wir begannen mit dem Rundgang durch das Museum, das sich im ehemaligen Wirtschaftsgebäude befindet. Hier bekamen wir einen umfassenden Einblick in das Arbeitslager von den Anfängen im Jahre 1933, also gleich nach der Machtübernahme der Nazis, über den Umbau und die Erweiterung bis hin zur Befreiung am 29. April 1945 durch die Amerikaner.

Die ersten Häftlinge in Dachau waren politische Gegner des NS-Regimes: Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, teilweise auch liberale und konservative Politiker. Später folgten Kriminelle, Zeugen Jehovas, engagierte Christen, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie vor allem Juden. Gut zwei Wochen nach der Gründung des KZs am 21. März 1933 begannen bereits die Morde der SS im Lager. Nachdem das Konzentrationslager mit zunehmender Zahl von Festnahmen zu klein wurde, vergrößerte man es 1938 auf eine Kapazität von 6000 Häftlingen. In den letzten Kriegsmonaten wuchs die Zahl der Häftlinge jedoch auf über 40000 an. In den kleinen Schlafstuben, in denen 52 Gefangene leben sollten, mussten teilweise 500 Zwangsarbeiter zusammengepfercht  schlafen.

Wir erfuhren viel über die Insassen und über die grausame und willkürliche Behandlung, gegen die sich die Inhaftierten nicht wehren konnten.

Anfangs wurden vor allem politische Gegner in Dachau eingesperrt, nach Kriegsbeginn kamen auch viele Gefangene aus den besetzten Staaten hinzu. Am schlechtesten wurden die jüdischen Gefangenen behandelt. Die Inhaftierten mussten körperlich schwere Zwangsarbeiten im KZ selbst oder in kriegswichtigen Fabriken verrichten. Davon profitierte die SS finanziell. Außerdem wurden medizinische Versuche an ihnen unternommen, die häufig tödlich endeten. Die Aufseher, die der SS angehörten, behandelten die Gefangenen unmenschlich. Willkür, Folter, Misshandlungen und Morde gab es häufig.

Viele der Häftlinge starben an Entkräftung, da sie viel zu wenig Essen erhielten. Man geht von über 40000 Toten aus – jeder Fünfte der insgesamt 200000 Häftlinge!

Nachdem wir im Vorführraum den Film über die Zeit des Dritten Reiches und des Konzentrationslagers angesehen hatten, gingen wir über das Gelände des Lagers.

Mit einer Führung sahen wir den Appellplatz, an dem die Gefangenen jeden Morgen und Abend gezählt wurden und zum Teil stundenlang auch bei Hitze und Kälte stramm stehen mussten.

02Der Appellplatz

03Die Lagerstraße

Über die Lagerstraße kamen wir zu den Baracken, in denen die Gefangenen untergebracht waren. Die ersten zwei Baracken wurden für Besucher rekonstruiert. Wir sahen die Sicherungsanlagen mit elektrischem Zaun, Wachtürmen und Wassergräben. Zuletzt besichtigten wir noch das Krematorium und die Gaskammer, die anscheinend nicht in Betrieb genommen wurde, da die Menschen in Dachau durch Arbeit und Mangelernährung vernichtet wurden. Zur Ermordung wurden sie oft in andere Lager transportiert.

Am 29. April 1945 befreite die 42. Division der 7. US-Armee die verbliebenen 32000 Häftlinge.

Tief beeindruckt traten wir am Nachmittag die Rückreise nach Prien an.

04Denkmal zu den Todesmärschen

Die 9. Klassen